Gerichtsdolmetschen

Die mündliche Sprachübertragung bei Gericht ist an gesetzlich geregelte Voraussetzungen geknüpft, die ein allgemein beeidigter Dolmetscher - in Baden-Württemberg als Verhandlungsdolmetscher bezeichnet - zu erfüllen und vorzuweisen hat. Ein Gerichtsdolmetscher legt nach Eignungsprüfung einen Eid bei Gericht ab, der auch weitreichende Verschwiegenheitsverpflichtungen umfasst, ähnlich denjenigen der Anwaltschaft. Der Begriff "Gerichtsdolmetscher" ist zurzeit in Deutschland nicht einheitlich definiert, ein bundeseinheitliches Gerichtsdolmetschergesetz soll auf Antrag des Bundesministeriums für Justiz und Verbraucherschutz (Stand Mai 2019) in der Legislaturperiode des 19. Deutschen Bundestags (seit 2017) neu geschaffen werden.

Die Heranziehung zu Anhörungs- und Verhandlungsterminen erfolgt durch die Gerichte. In anhängigen Strafverfahren werden Gerichtsdolmetscher entweder vom Ermittlungsrichter, der Staatsanwaltschaft, dem Richter der Hauptverhandlung, oder dem Wahl- oder Pflichtverteidiger (bei Untersuchungshaft) herangezogen. In Zivilverfahren durch das Gericht. Auch Justizvollzugsanstalten können die Leistungen von beeidigten Dolmetschern in Anspruch nehmen.

Beim Dolmetschen vor Gericht kommen häufig mehrere Dolmetschtechniken zum Einsatz: Konsekutivdolmetschen, Simultandolmetschen, Ab-Blatt-Dolmetschen (Stegreifübersetzen) und Flüsterdolmetschen wechseln sich in der Regel im Verlauf einer Gerichtsverhandlung ab.

Bedeutung, Tragweite und Kausalität von Fachwörtern der deutschen Rechtssprache erschließen sich dem juristischen Laien nicht von selbst. Dies gilt insbesondere für Menschen, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind. Dessen bin ich mir bei der Ausübung meiner Tätigkeit stets bewußt. Jeden Einsatz bereite ich daher mit der gebotenen Sorgfalt vor, um eine reibungslose Kommunikation zwischen den Beteiligten zu gewährleisten.